[>>]

Donnerstag, 6. März 2008

Magma - Thomas Thiemeyer



Ein italienischer Geologe entdeckt 1954 bei einer Wanderung durch die Alpen eine seltsame Kugel, die er nicht zuordnen kann. Während er die Kugel untersucht kommt es zu einem Zwischenfall, der ihn das Leben kostet.

Rund fünfzig Jahre später kommt es im Sternbild des Orion zu einer Supernova, die eine junge Astophysikerin zufällig als erste entdeckt. Kurz darauf rund um den Pazifik seismische Bewegungen wahrgenommen, die sich Geologen Weltweit nicht erklären können. Die Erdbebewellen habe eine vollkommen untypische Eigenschaft, die dazu führt, dass eine geheime Organisation Dr. Ella Jordan, ihres Zeichens eine der führenden Geologen und Vulkanologen weltweit, um Hilfe bei diesem ganz besonderen Fall bittet.

Gemeinsam mit einem Team, bestehend aus diversen Wissenschaftlern und Militärs, beginnt Ella, sich dem Problem anzunehmen. Ihre erste Aufgabe führt sie etwa elftausend Meter tief in den Marianengraben, wo sie unverhofft auf eine riesige Kugel trifft, die scheinbar der Auslöser für die seismischen Bewegungen ist.

Doch Thomas Thiemeyer denkt gar nicht daran, es Ella leicht zu machen. Auf ihrem Tauchgang lässt er sie schon gegen die ersten Wände laufen und wirft ihr Steine in Form von Gegenspielern aus den eigenen Reihen in den Weg. Der Art boykottiert und desillusioniert muß Ella erstmal um ihren guten Ruf in Fachkreisen als auch um ihren Lebensunterhalt fürchten. Doch schon taucht ein weiteres Angebot, einer weiteren dubiosen Organisation auf, das sie bereitwillig annimmt. Ihre folgenden Aufträge schicken sie rund um den Globus, wo sie auf immer mehr Kugeln trifft.

Theimeyers Protagonisten entstammen fast allen Bereichen der Wissenschaft. Geheimagenten und Militärs spielen ebenso eine Rolle wie Auftragskiller und Zivilpersonen. Seinen Hauptcharakteren gesteht der Autor ausgeprägte Charaktereigenschaften zu, dafür bleiben seine Nebenfiguren etwas auf der Strecke – auch solche, die für Handlung an sich recht wichtig sind.

Ella zum Beispiel ist eine charismatische Wissenschaftlerin, die sich nicht vor brisanten Aufgaben und Herausforderungen fürchtet und sich auch gerne mal in Lebensgefährliche Situationen bringt. Ihr Kollege Konrad Martin hingegen ist ein schweigsamer und recht seltsamer Kauz, mit dem es Ella nicht leicht hat und deren Zusammenarbeit von vorneherein zum scheitern verurteilt scheint, hat sie ihn doch im Verdacht nicht mehr und nicht weniger als ein mittelprächtiger Hochstapler zu sein. Und auch von ihrer neuen Chefin, Heléne Kowarski, weiß man nicht, was man halten soll. Nicht zu vergessen, Esteban, der Geheimagent, der Ella erst in diese verzwickte Situation gebracht hat. Alle samt scheinen sie etwas zu wissen, das sie vor der Geologin geheim halten wollen.

Thomas Thiemeyer lässt verheerende Erdbeben entstehen, die nicht selten die Geburt eines neuen Vulkans zur Folge haben. Ein Ereignis, das zwar vorkommt, meistens jedoch unterhalb der Meeresoberfläche. Auf dieses Detail beschränkt sich der Autor in diesem Buch nicht. Weltweit gibt es immer größere Probleme mit den Feuerspuckenden Bergen und den daraus resultierenden Problemen für Klima und Umwelt. Die Zeit wird allmählich knapp für Ella und ihre Kollegen, und eine Lösung des Problems scheint auch nicht in erreichbarer Nähe.

Wissenschaftliche Probleme und Begriffen werden im Verlauf des Romans mit einfachen Worten erklärt, die es auch unbedarften Lesern möglich machen, mit dem Wissenschaftsteam mithalten zu können. Dank des eingängigen Stils des Autors, macht dieses Buch Spaß und bereitet ein mitreißendes Lesevergnügen für alle Liebhaber von Science Fiktion, Thriller- und Endzeitromanen.





- in: Rezension Thriller 361 mal gelesen

Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer



Es ist schnell passiert, dass man eine falsche Tastenkombination tippt. Egal ob beim Telefon, oder am PC. Wenn es sich beim tippen um eine Telefonnummer oder eine E-Mail Adresse handelt, dann können schon mal interessante Dinge geschehen. So auch hier.

Emmi Rothner trifft virtuell ungewollt auf Leo Leike. Schuld daran ist eine Zeitschrift, die Emmi abbestellen möchte, und sich dabei wiederholt in der E-Mail Adresse vertut, was zur Folge hat, dass ihre Versuche kläglich scheitern. Dafür ergibt sich ein interessanter Schriftverkehr zwischen Emmi und Leo, der erst oberflächlich ironisch ist, später aber tiefer und intensiver wird. Aus einer Zufalls – Online – Bekanntschaft entwickelt sich mit der Zeit eine Freundschaft zwischen den beiden, die allerdings auf sehr wackeligen Füssen steht.

Man tauscht sich über Alltagsprobleme, Wünsche und Hoffnungen aus, und übersieht dabei, dass es sich schon längst nicht mehr nur noch um eine zufällige Online – Freundschaft handelt, die man gerne pflegt. Beide beginnen, immer mehr in den jeweiligen Adressaten hineinzuinterpretieren, und nähren dadurch den Wunsch, sich auch mal im realen Leben zu treffen – auf ein gutes Gespräch unter Freunden. Doch das ist gar nicht so einfach, denn in einer alkoholgeschwängerten Nacht, müssen beide einsehen, dass es sich nicht mit einer einfachen Freundschaft getan hat…

Daniel Glattauer ist ein österreichischer Journalist und Autor, der in Gut gegen Nordwind das Verhalten der Menschen zu Internet Zeiten beleuchtet. War es früher fast unmöglich, sich auf schriftlichem Wege zu verlaufen und fremde Menschen kennenzulernen, so ist es heute möglich und geschieht wohl täglich. Meistens passiert nichts – aber es kann alles draus werden. Ebenso eindringlich, so authentisch, wie es Daniel Glattauer in diesem Roman beschreibt.

Wir kennen Romane, die in Tagebuchform verfasst sind. Dieser Roman geht einen Schritt weiter. Er besteht aus einer Sammlung von E-Mails, anfangs Oberflächlich, später eindringlich. Somit schafft er es, den beiden Schreibern, die niemals „körperlich“ auftauchen, ein Gesicht zu geben. Wir erleben sie so, wie sie der Empfänger einer E-Mail erlebt. Sowohl Emmi als auch Leo zeigen sich von ihrer Schokoladenseite, treten in Fettnäpfchen und sind Geschäftsmäßig. Sie zeigen sich, wie es der Situation gerade entspricht und geben sich dadurch Konturen, Ecken und Kanten.

Interessant ist, dass alleine durch die Beschreibungen der Hauptcharaktere ihres Lebens und ihrer Selbst, derart viel Atmosphäre geschaffen wird. Das Buch steigert sich in ungeahnte Höhen und birgt durch Witz, Ironie und Intellekt des Autors ungeahnte Perlen. Ein Flirt, eine Liebesgeschichte, die einmal aus einem vollkommen anderen Winkel beschrieben wird, gipfelt in einem Showdown, den das Leben selbst besser nicht hätte fabrizieren können.




- in: Rezension Liebesroman 394 mal gelesen

Tante Dimity und das geheimnisvolle Erbe - Nancy Atherton



Lori Shepard fühlt sich vom Leben gebeutelt. Die von ihrer Mutter allein großgezogene Halbwaise, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und bemüht sich gerade, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen, als auch ihre Mutter verstirbt. Durch diesen Schicksalsschlag scheint Lori plötzlich so gar keine Perspektive mehr zu haben. Da kommt ihr das Schreiben einer Anwaltskanzlei ungefähr so gelegen wie Fußpilz.

Mit einem mulmigen Gefühl und den bösesten Vorahnungen bewaffnet, begibt sich Lori zu ihrem Termin in die Anwaltskanzlei und erlebt eine Überraschung. Tante Dimity, die stets gut gelaunte Dame, die ihr jeden Abend das Einschlafen zu Kinderzeiten versüßt hat, ist gestorben und möchte nun, dass Lori ihr einen letzten Wunsch erfüllt. Einigermaßen geschockt ob der Tatsache, dass die Heldin ihrer Kindheit und fälschlicherweise als Märchenfigur abgestempelte Dame tatsächlich gelebt hat, macht Lori sich daran, Tante Dimity ihren letzten Wunsch zu erfüllen.

So begibt sie sich – gemeinsam mit dem Sohn ihres Anwalts – nach England in Dimitys Cottage, um ihrer Aufgabe nach zu kommen. In Dimitys Cottage schließlich lernt Lori nicht nur vieles über ihre neue alte, wenn auch leider verstorbene, Freundin; sondern auch über ihre Mutter und über sich selbst.

Es ist schwer, die Tante Dimity Bücher in ein Genre einzuordnen. Zwar werden sie häufig unter Krimi einsortiert, aber wer hier blutige Morde, verstümmelte Leichen und mehr oder weniger perfekt geplante Verbrechen vermutet, ist auf dem Holzweg. In diesem Band geht es ausschließlich darum, das Geheimnis um Tante Dimity zu lüften und zu verstehen, wer diese liebenswürdige und vollkommen selbstlose Frau war, die sich so gar nicht mit ihrem Tod abfinden kann und noch aus dem Jenseits die Zügel mit geschickter Hand führt.

Nancy Atherton verknüpft hier auf verblüffende Art und Weise die Gegenwart mit der Vergangenheit. Nichts weltbewegendes, so etwas ist schon tausendmal da gewesen, wird sich an dieser Stelle wohl der eine oder andere sagen. Aber weit gefehlt! Lori muß sich auf eine Reise in die Zeit des Zweiten Weltkriegs begeben, in die Zeit, in der sich ihre Mutter und Dimity kennen gelernt haben. Mit Hilfe von unzähligen Briefen, die sich die Freundinnen im laufe ihres Lebens geschrieben haben, kommt Lori dem Geheimnis um Dimity und der Geschichten ihrer Kindheit immer näher.

Ihre Figuren hat Nancy Atherton gekonnt in Szene gesetzt und lässt sie im Verlauf der Geschichte immer klarer werden. Sie bestehen dadurch, dass sie alle Ecken und Kanten haben, Wünsche und Hoffnungen, die sich nicht immer erfüllen. Sie müssen Schicksalsschläge bewältigen und an den Folgen ihres Handelns wachsen. Doch das schaffen sie in einer so wunderbar entspannenden Atmosphäre, dass es unmöglich ist, das Buch aus der Hand zu legen und auch nur einen Moment lang über etwas anders nach zu denken.

Wenn Lori letzten Endes das Geheimnis um Tante Dimity löst, wird sie nicht nur die Vergangenheit besser verstehen, sondern auch mit ganz neuen Augen in ihre Zukunft blicken.





- in: Rezension Mystery 441 mal gelesen

Tintagel

Rund ums Buch

Archiv

März 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 7 
 8 
 9 
12
13
14
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
30
31
 
 
 
 
 
 
 

Mein SuB


Aktuelles Buch


Jeaniene Frost
Blutrote Küsse: Roman


Greg Iles
Leises Gift


Margaret George
Ich, Heinrich VIII

Davor habe ich gelesen




Aktuelle Beiträge

Ich wollte nur eine Blogroll
Aber manche Wünsche lassen sich leider nicht...
Tintagel - 13. Jul, 08:41
Ich bin gespannt...
... auf Deine Erfahungen... Ob sich das für mich...
Dante Milano - 10. Jul, 12:53
Hab mich entschieden...
ich blogge jetzt auch bei Wordpress: Tintagel bein...
Tintagel - 9. Jul, 19:14
Wordpress
Ich habe dann also die letzten Tage damit verbracht,...
Tintagel - 9. Jul, 19:12

Status

Online seit 995 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 13. Jul, 08:41

Suche

 

Counter

Tintagel ist Partner von