[Rezension] Reptilia - Thomas Thiemeyer
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Reptilia Thiemeyer, Thomas Seiten: 383 Bewertung: ![]() |
Emily Palmbridge ist auf der Suche nach dem letzten Saurier auf der Erde: Mokéle M’Bembé. Auf der Suche nach ihm verliert sich ihre Spur jedoch irgendwo im afrikanischen Urwald und nur eine Videoaufzeichnung zeigt, dass sie wirklich die Bekanntschaft mit Mokéle M’Bembé gemacht hat. Doch so wie es aussieht hat der Saurier etwas gegen Besuch an seinem See…
Emilys Mutter, Lady Palmbridge, setzt seit dem Tode ihres Mannes alles daran, sein Lebenswerk fortzusetzen und ist weiter auf der Suche nach einem „neuen Immunsystem“ für den Menschen. Fatalerweise kann aber kein menschliches oder gar tierisches Immunsystem für dieses Neue der Superlative als Grundlage her halten. Und da Emily nun leider während der Jagd nach Mokéle verschwunden ist, muß sie jemand suchen. Lady Palmbridge scheut weder Kosten noch Mühen und stellt ein kleines Expeditionsteam zusammen, das nicht nur ihre Tochter finden soll, sondern am Besten auch gleich einen Teil von der Saurier DNA mit nach Hause bringt.
So weit, so gut. Afrika ist ja nun ein Kontinent auf den es mich persönlich gar nicht zieht. Weder physisch noch lesetechnisch. Aber hin und wieder mal etwas anderes ist ja auch für das Lesevergnügen nicht verkehrt. Und in der Vergangenheit habe ich schon zwei gute Bücher von Thomas Thiemeyer gelesen. Abenteuer erzählen kann er in der Regel ganz gut.
Dachte ich.
Reptilia kann mich leider überhaupt nicht überzeugen. Zum einen ist die Geschichte dermaßen an den Haaren herbei gezogen und konstruiert, dass sie mich einfach nur langweilt. Und dann interessiert es mich eigentlich auch gar nicht, ob der junge Genetiker David Astbury ein Bindungsproblem hat und zu mehr als oberflächlichen Bettgeschichten scheinbar nicht fähig ist. Aber der Mann ist halt eines der armen Geschöpfe, die nicht nur ihr Leben lang einer Frau hinterher trauern, die sie als Teenager einmal geküsst haben, sondern der auch noch als junger Bursche von seinem Vater quer durch die afrikanische Weltgeschichte geschleift wurde, weil es dem alten Herren zu Hause in good old England zu eng wurde. Mit seinen Mitdreißigern fühlt sich David ergo in seinem abgeschlossenen Forschungslabor am wohlsten und liebt seinen Assistentenposten sehr, auch wenn der ihn eigentlich unterfordert.
Dummerweise kommt man David auch sonst nicht näher und ist als Leser nicht in der Lage eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Und auch nicht zu irgendeiner X-beliebigen anderen handelnden Persönlichkeit. Irgendwie sind alle extrem naiv, gerade auch was die geplante Expedition angeht. David selber merkt nicht mal, wie er gekauft wird und fragt auch nicht nach, als ihm bewusst wird, dass etwas an dieser Expedition faul sein könnte. Seine beiden Kompagnons Steward Maloney und Sixpence sind zwar erfahrene Großwildjäger und vereinen scheinbar eine Art Robinson Crusoe und Freitag als auch ein bisschen was von Indiana Jones in sich, sind aber ebenso naiv wie intrigant. Das Team komplettiert dann Elieshi n’Garong, die der Meinung ist, sie befände sich auf einer Expedition um eine neue Elefantenart zu erforschen.
Die Handlung holpert also munter vor sich und wird auch nicht dadurch besser, dass sie noch einen Eingeborenen aus dem tiefsten Urwald Afrikas ein schließt, der mit traditionellen Geschichten sowohl über den Zwergelefanten als auch über den Saurier nicht hinterm Berg hält.
Letzten Endes kann man dieses Buch also getrost links liegen lassen, denn sowohl Medusa als auch Magma sind Bücher, in denen Thomas Thiemeyer sein Können eher unter Beweis stellt.
Tintagel - 20. Mai, 21:57
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