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Mittwoch, 20. Mai 2009

[Rezension] Reptilia - Thomas Thiemeyer


Reptilia
Thiemeyer, Thomas
Seiten: 383
Bewertung:

Emily Palmbridge ist auf der Suche nach dem letzten Saurier auf der Erde: Mokéle M’Bembé. Auf der Suche nach ihm verliert sich ihre Spur jedoch irgendwo im afrikanischen Urwald und nur eine Videoaufzeichnung zeigt, dass sie wirklich die Bekanntschaft mit Mokéle M’Bembé gemacht hat. Doch so wie es aussieht hat der Saurier etwas gegen Besuch an seinem See…

Emilys Mutter, Lady Palmbridge, setzt seit dem Tode ihres Mannes alles daran, sein Lebenswerk fortzusetzen und ist weiter auf der Suche nach einem „neuen Immunsystem“ für den Menschen. Fatalerweise kann aber kein menschliches oder gar tierisches Immunsystem für dieses Neue der Superlative als Grundlage her halten. Und da Emily nun leider während der Jagd nach Mokéle verschwunden ist, muß sie jemand suchen. Lady Palmbridge scheut weder Kosten noch Mühen und stellt ein kleines Expeditionsteam zusammen, das nicht nur ihre Tochter finden soll, sondern am Besten auch gleich einen Teil von der Saurier DNA mit nach Hause bringt.

So weit, so gut. Afrika ist ja nun ein Kontinent auf den es mich persönlich gar nicht zieht. Weder physisch noch lesetechnisch. Aber hin und wieder mal etwas anderes ist ja auch für das Lesevergnügen nicht verkehrt. Und in der Vergangenheit habe ich schon zwei gute Bücher von Thomas Thiemeyer gelesen. Abenteuer erzählen kann er in der Regel ganz gut.
Dachte ich.

Reptilia kann mich leider überhaupt nicht überzeugen. Zum einen ist die Geschichte dermaßen an den Haaren herbei gezogen und konstruiert, dass sie mich einfach nur langweilt. Und dann interessiert es mich eigentlich auch gar nicht, ob der junge Genetiker David Astbury ein Bindungsproblem hat und zu mehr als oberflächlichen Bettgeschichten scheinbar nicht fähig ist. Aber der Mann ist halt eines der armen Geschöpfe, die nicht nur ihr Leben lang einer Frau hinterher trauern, die sie als Teenager einmal geküsst haben, sondern der auch noch als junger Bursche von seinem Vater quer durch die afrikanische Weltgeschichte geschleift wurde, weil es dem alten Herren zu Hause in good old England zu eng wurde. Mit seinen Mitdreißigern fühlt sich David ergo in seinem abgeschlossenen Forschungslabor am wohlsten und liebt seinen Assistentenposten sehr, auch wenn der ihn eigentlich unterfordert.

Dummerweise kommt man David auch sonst nicht näher und ist als Leser nicht in der Lage eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Und auch nicht zu irgendeiner X-beliebigen anderen handelnden Persönlichkeit. Irgendwie sind alle extrem naiv, gerade auch was die geplante Expedition angeht. David selber merkt nicht mal, wie er gekauft wird und fragt auch nicht nach, als ihm bewusst wird, dass etwas an dieser Expedition faul sein könnte. Seine beiden Kompagnons Steward Maloney und Sixpence sind zwar erfahrene Großwildjäger und vereinen scheinbar eine Art Robinson Crusoe und Freitag als auch ein bisschen was von Indiana Jones in sich, sind aber ebenso naiv wie intrigant. Das Team komplettiert dann Elieshi n’Garong, die der Meinung ist, sie befände sich auf einer Expedition um eine neue Elefantenart zu erforschen.

Die Handlung holpert also munter vor sich und wird auch nicht dadurch besser, dass sie noch einen Eingeborenen aus dem tiefsten Urwald Afrikas ein schließt, der mit traditionellen Geschichten sowohl über den Zwergelefanten als auch über den Saurier nicht hinterm Berg hält.

Letzten Endes kann man dieses Buch also getrost links liegen lassen, denn sowohl Medusa als auch Magma sind Bücher, in denen Thomas Thiemeyer sein Können eher unter Beweis stellt.


- in: Rezension Mystery 212 mal gelesen

Black Dagger und die Grant-County-Reihe


Vielleicht ist es doch möglich, zum Jahresende endlich mal einen SuB von unter 150 Büchern zu haben. Ich meine, es ist ja echt utopisch 200 ungelesene Bücher im Regal zu horten und zu meinen, man würde sie alle unbedingt noch lesen wollen, auch wenn sie schon seit Jahren hier verstauben.

Eine große Schwäche von mir war mal, dass ich gerne Serien komplett gekauft habe, auch wenn ich noch nicht mal den 1. Teil der Reihe gelesen habe. Manchmal kann es ja klappen und man nennt einen wahren Schatz sein eigen. Aber oftmals ist es - zumindest bei mir - nicht so.

Darum hat mein SuB auch gerade radikal abgenommen. Vorletztes Jahr hatte ich den ersten Teil der Black-Dagger-Reihe von J.R. Ward gelesen und fand ihn "eigentlich ganz gut". Bloß ist das dumme dran, dass Heyne zumindest mal die ersten 2 Teile der Originalfassung in Deutschland in 4 Teilen heraus gebracht hat. Fazit: Hat man den 1. Teil gelesen und lässt ein bißchen Zeit zwischen ihm und dem 2. Teil ist es so als würde man ein Buch bis zur hälfte lesen und dann weglegen.
Mir jedenfalls sind die Figuren überhaupt nicht mehr geläufig, ich weiß so gut wie nix mehr von der Handlung des 1. Teils und steige im 2. Buch nicht mehr durch. Und sooo sehr interessiert mich dann die Black Dagger Reihe doch nicht, dass ich jetzt Band 1 nochmal lese.

Also wandern Band 2 - 4 aus dem RuB und ziehen in den Schrank um, in dem die gelesenen Bücher stehen. Vielleicht habe ich ja irgendwann mal Lust, diese Reihe doch noch zu lesen und dann uU zu vervollständigen.


Ein ähnliches Schicksal ereilte dann heute auch die Grant-County-Reihe von Karin Slaughter. Belladonna habe ich vor ewiger Zeit schon mal versucht zu lesen und dann irgendwann entnervt in den SuB zurück gestellt. Zum einen finde ich den Stil von Karin Slaughter (wobei ich ihr jetzt mit Sicherheit unrecht tue und es garantiert an der miesen Übersetzung liegt) schrecklich und zum anderen könnte ich Lena Adams, einer der Hauptpersonen, sonst was antun. Sie kann nur stänkern, zicken und anderen auf den Geist gehen mit ihrer fürchterlichen Art. Sie kann alles, sie weiß alles, sie lässt sich von nix und niemandem was sagen und woran liegts? - Genau! Sie hatte eine schwere Kindheit, wuchs in mitten von Säufern und verantwortungslosen Erwachsenen auf und dann verliert sie auch noch ihre Zwillingsschwester durch Mord. Na wenn das keine Gründe für ihr überhebliches Verhalten sind, dann weiß ich es auch nicht.

In Vergiss mein nicht habe ich auch kurz rein gelesen und mußte feststellen, dass mit dem 1. Teil der Reihe leider kein Abstand von Lena Adams genommen wurde. Und sie ist auch kein bißchen umgänglicher geworden, ganz im Gegenteil. Nachdem sie im 1. Teil der Reihe wohl zum Ende hin auch nicht ganz ungeschoren davon gekommen ist, hat sie nun noch einen Grund mehr sich unmöglich zu verhalten. Sehr schön - so habe ich ebenfalls einen Grund mehr Teil 1 - 4 der Grant-County-Reihe aus meinem SuB zu streichen.


- in: Lesetagebuch 434 mal gelesen

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