[>>]

Montag, 10. März 2008

Tante Dimity und der verschwiegene Verdacht - Nancy Atherton


Tante Dimity und der verschwiegene Verdacht
Atherton, Nancy
Mystery
Seiten: 352
Bewertung:


Emma Porter, gerade frisch getrennt, reist alleine durch England um sich alte Herrenhäuser und vor allem die dazu gehörige Gärten anzusehen. Die Gärtnerei ist ihr großes Hobby und oftmals findet sie Trost und Geborgenheit, wenn sie in der Erde wühlt, Pflanzen pflegt oder neue Gärten anlegt.

Wie es der Zufall – oder doch eher Tante Dimity? – so möchte, trifft sie während eines Parkbesuchs auf die etwas schrägen Pym – Zwillingsschwestern. Die beiden alten Damen, die ganz aus der „guten, alten Zeit“ zu stammen scheinen, empfehlen ihr den Besuch eines alten Schlosses in Cornwall – Penford Hall.

In Penford Hall wird sie scheinbar schon sehnsüchtig vom Schlossherren selbst erwartet, der sie mit der Aufgabe betraut, sich einem alten Kapellengarten anzunehmen, der seit dem Tod seiner Großmutter nicht mehr gepflegt worden ist. Obwohl Emma zuerst zögert, ist sie doch von der Aufgabe, die ihr gestellt wird, angetan, und so stimmt sie zu, eine Weile in Penford Hall zu bleiben.

Hier lernt sie nicht nur weitere recht skurille Mitglieder des Haushalts kennen, sondern auch Derek Harris, einen Freund von Grayson Alexander, dem Herzog von Penford Hall, der sich um ein buntes Glasfenster in der Kapelle des Schlosses restaurieren soll, kennen. Gemeinsam mit seinen beiden Kindern, Nell und Peter, wohnt er ebenfalls in dem dunklen Gemäuer. Und wie es aussieht, möchte Tante Dimity nicht nur, dass Grayson in Penford Hall endlich glücklich wird, sondern auch, dass zwei Herzen zueinander finden…

Chronologisch gesehen müsste man „Tante Dimity und der verschwiegene Verdacht“ eigentlich vor „Tante Dimity und das geheimnisvolle Erben“ lesen. Nancy Atherton scheint sich jedoch etwas dabei gedacht zu haben, diese Reihenfolge zu wählen, und im nachhinein spielt die chronologische Reihenfolge keine wichtige Rolle. Die Serie hätte sogar ihren Reiz verloren, wenn es nicht diesen Rückblick in Form des zweiten Bandes geben würde.
Sowohl die Pyms als auch Emma und Derek tauchen im ersten Band auf, um Lori Shepard – die in diesem Roman leider nicht auftaucht – auf ihre Weise dabei zu helfen, Dimitys letzten Wunsch zu erfüllen.

Vordergründig geht es in diesem Roman wieder um einen vermeintlichen Kriminalfall, der gelöst werden möchte. Wie schon im ersten Band taucht Tante Dimity auch in diesem nur mehr oder weniger am Rande auf, als Teil einer Erinnerung oder in einem Gespräch. Der Leser bekommt sie wieder nicht zu fassen und obwohl sich Dimity guter Gesundheit erfreut und quicklebendig ist, erscheint sie nur einmal ganz kurz auf der Bildfläche.

Wie schon der erst zu „lösende“ Fall ist auch dieser hier weniger spektakulär, dafür aber mytisch – mystisch angehaucht. Und im Grunde geht es wieder nur darum, dass Dimity für die Menschen in ihrer Umgebung nur das Beste möchte und alles daran setzt, Friede und Liebe in die Welt zu bringen. Einen solchen Engel hätte wohl jeder gerne in seinem Leben.

Spielte in „Tante Dimity und das geheimnisvolle Erbe“ noch Reginald, der rosa Hase Loris, eine tragende Rolle, so bekommt er in diesem Buch einen Bruder – Bertie. Bertie, der braune Bär von Nell, scheint ebenso wunderbar zu sein wie Reginald. Sicherlich mag das in den Augen des einen oder anderen ein wenig seltsam anmuten, aber scheinbar sind Dimitys Stofftiere eine Art Runnig Gag, die sicherlich als Synonym dafür stehen, dass nicht nur Lori mit „Tante-Dimity-Geschichten“ bedacht wurde.

Sehr schön ist es, die Geschichten von Emma und Derek zu erfahren, dadurch erhalten die folgenden Bände mehr tiefe. Nancy Athertons Charaktere haben eine Vergangenheit und eine Zukunft, und nur wenn sie aus der Vergangenheit lernen, können sie in der Zukunft bestehen – und weitere Abenteuer gemeinsam mit der mittlerweile verstorbenen Dimity erleben.

Warum diese Bücher als Krimis eingeordnet werden, bleibt unklar. Viel mehr sind sie eine Art Märchen für Erwachsene, die man am Besten mit einer Kanne Tee, eingekuschelt in eine bequeme Decke, genießt. Denn diese Wohlfühlatmosphäre, die die Autorin mit jedem Band auf ein Neues erschafft, lässt sich nur schwer anderswo finden.


- in: Rezension Mystery 772 mal gelesen

Tintagel

Rund ums Buch

Archiv

März 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 7 
 8 
 9 
12
13
14
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
30
31
 
 
 
 
 
 
 

Mein SuB


Aktuelles Buch


Jeaniene Frost
Blutrote Küsse: Roman


Greg Iles
Leises Gift


Margaret George
Ich, Heinrich VIII

Davor habe ich gelesen




Aktuelle Beiträge

Ich wollte nur eine Blogroll
Aber manche Wünsche lassen sich leider nicht...
Tintagel - 13. Jul, 08:41
Ich bin gespannt...
... auf Deine Erfahungen... Ob sich das für mich...
Dante Milano - 10. Jul, 12:53
Hab mich entschieden...
ich blogge jetzt auch bei Wordpress: Tintagel bein...
Tintagel - 9. Jul, 19:14
Wordpress
Ich habe dann also die letzten Tage damit verbracht,...
Tintagel - 9. Jul, 19:12

Status

Online seit 1005 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 13. Jul, 08:41

Suche

 

Counter

Tintagel ist Partner von