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Dienstag, 14. April 2009

[Rezension] Der Schatz vom Barrier Reef - Patric Sanders


Der Schatz vom Barrier Reef
Sanders, Patric
Seiten: 414
Bewertung:

Ich habe das Buch gestern aus dem Regal gezogen, weil ein bißchen australische Landschaft gepaart mit einer kleineren Schatzsuche sich ganz vielversprechend angehört hat. Der Prolog, der kurz erzählt wie es dazu gekommen ist, dass James Cooks "Endeavour" am Great Barrier Reef Leck schlug und die Mannschaft kurzerhand alles was unnötigen Ballast darstellte über Bord warf - unter anderem auch die Kanonenrohre, welche als Safe für eine enorme Summe in Gold und Edelsteinen dienten - scheint auch noch ganz gelungen. Doch gleich beim Einstieg in die eigentliche Handlung des Romans strauchelt Patric Sanders gewaltig.

Der Autor schwafelt Seitenlange über die Beschaffung und Eigenheiten diverser Schiffstypen, stolpert über seine eigenen Sätze und erzählt an sich so vollkommen ohne Begeisterung, dass es einem beim lesen wirklich schwer fällt, ihm auch nur noch Ansatzweise folgen zu wollen. Seine Charaktere weigern sich hartnäckig, sich in irgendeiner Form zu entwickeln, die Begebenheiten, wie sich die Personen kennenlernen sind dermaßen konstruiert, dass sich mir die Haare sträuben und wieso ein deutscher Autor sich nicht entscheiden, ob er nun englische Namen und Begriffe eindeutschen soll, oder vielleicht doch lieber beim Originalton bleibt, ist mir schleierhaft. Alle paar Seiten prosten sich die Personen mit einem Cheers zu, wenn sie nicht zufällig gerade vor einer dampfenden Tasse starken Kaffee sitzen, aus der guten alten Golden Gate Bridge wird kurzerhand die Golden Gate Brücke, aber Michael wird morgens nach dem aufstehen der obligatorischen Tasse mit starkem Kaffee wegen in die pantry geschickt. *gruebel* Irgendwie machte es mich dann nicht mal mehr wirklich stutzig, als ein philipinischer Barkeeper in downunder sein Blendax-Lächeln zeigt, wahrscheinlich während er Vanessa auf die sehr strammen, sehr üppigen Brüste schaute, die täglich von einem T-Shirt mit wechselndem Tieraufdruck betont werden.

Nach 100 Seiten hatte ich keine Lust mehr und habe mich quer durch das Geschehen im Buch gelesen. Der Stil wird auch auf den folgenden Seiten nicht wirklich besser, die konstruierte Handlung zieht noch konstruierter wirkende Taten der Personen nach sich und zum Schluß haben wir es mit einem Buch zu tun, das langweiliger nicht sein könnte.

Totale Zeitverschwendung. Von mir gibt es einen halben Punkt, aber nur weil es Sanders Erstlingswerk ist und der Mann sich wahrscheinlich einen Traum erfüllen wollte, denn Michael Reiker, sein Hauptprota, erinnert mit seinem Lebenslauf doch stark an die Vita des Autoren selbst.


- in: Rezension Thriller 116 mal gelesen

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