[>>]

Rezension Erfahrungen

Montag, 4. Juni 2007

Jeden Tag den Tod vor Augen - Volker Uhl




Wie schon in dem ersten Buch der Polizei – Poeten wird der Leser auch in diesem wieder von den Beamten mit auf Streife genommen. Ob es sich nun um einen Selbstmord handelt, der aufgenommen werden muss, oder ob es ein Amokläufer in einer deutschen Stadt in einer Kirche ist, hier wird kein Blatt vor den Mund genommen. Neben den erschreckend detaillierten Beschreibungen der Schauplätze zögern die schreibenden Polizisten auch nicht, ihre eigenen Empfindungen widerzugeben.

Dieser Band ist deutlich härter als sein Vorgänger. Wurden in dem anderen Buch noch über den ersten Dienst erzählt, oder die Ausbildung zum Polizisten an sich, nimmt dieses Buch eine Wendung zu den Erfahrungen, die die meisten Beamten lieber nicht machen möchten. Autounfälle, Kinder in voll gemüllten Wohnungen, Selbstmörder,… das sind die Dinge auf die sich der Leser einstellen muß. Und er wird nicht geschont. Das Grauen, dass einen Beamten überfällt, wenn er in den frühen Morgenstunden einen Teil einer Bahnstrecke abgeht um nach den sterblichen Überresten eines Selbstmörders zu suchen hat nichts mehr dem angenehmen gruseln zu tun, das einen bei der Lektüre eines Stephen King Buches überkommt. Es ist, als würde der Leser Seite an Seite mit dem Beamten diesen Dienst erfüllen.

Die weitaus amüsanteste Szene in dem ganzen Buch ist die, in der ein deutscher Komissar in Amerika kurz vor dem Start des Fluges nach Hause mit samt seinem Sohn aus dem Flugzeug geholt wird, weil etwas mit seinem Mitbringsel nicht stimmt. Und doch ist auch diese Episode nicht wirklich dazu angetan, lauthals zu lachen.

Dieses Buch macht einmal mehr deutlich, wie wichtig die Helden des Alltags sind, die in Uniform und Streifenwagen nichts anderes zu ihrem Ziel machen, als der Welt ein Stück ihres Schrecken zu nehmen. Egal ob man nun ein kleines Kind ist, das Angst vor dem Alleinsein hat, oder ein Erwachsener, dem die Beamten eine schlechte Nachricht überbringen müssen.

Menschlich sein und bleiben, das ist vielleicht noch das höchste Ziel, das diese Menschen sich in ihrem harten Beruf stecken. Und das ist sicherlich bei ihren Erfahrungen niemals einfach...
- in: Rezension Erfahrungen 370 mal gelesen

Mittwoch, 14. Februar 2007

Die erste Leiche vergisst man nicht - Volker Uhl




Kurzbeschreibung:

Es gibt immer ein erstes Mal: der erste Raubüberfall, der erste Mord, der erste Suizid. Wie gehen Polizisten damit um, die jeden Tag dem Verbrechen ausgesetzt sind? Kollegen von Volker Uhl berichten in kurzen Texten von ihren erschütternden Erlebnissen. Dabei zeigen sie sich als Menschen, die andere leiden und sterben sehen, weil es ihr Beruf mit sich bringt. Authentische, lebensnahe Geschichten mit eindrucksvollen Fotografien von Suzanne Eichel.


Meine Meinung:

Wir kennen sie alle und wir fürchten sie auch alle ein bisschen. Das größte Phänomen, das sie im übrigen wohl weltweit verbreiten, ist das sofortige schlechte Gewissen, das aufkommt, wenn man sie im Straßenverkehr ausmacht. Die Rede ist von Polizeibeamten im Dienst.



Volker Uhl, Kriminalbeamter und Konfliktberater bei der PD Ludwigsburg, ist Herausgeber des Buches Die erste Leiche vergisst man nicht – Polizisten erzählen. Er gründete die Polizei Poeten, und gab damit Polizeibeamten aus ganz Deutschland die Möglichkeit, sich ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Dienst von der Seele zu schreiben.



Im September 2005 erschien das erste Buch der Poeten im Handel, eine Sammlung vieler Geschichten, die dem Leser einen Blick hinter die Kulissen der Polizeiarbeit bieten und auch einen Blick auf die Menschen, die hinter der Uniform stehen. Alle dieser Erzählungen haben eines gemeinsam: Sie gehen unter die Haut und berühren den Leser tief im inneren.



Einige Geschichten sind dem Leser bekannt aus den Nachrichten, andere Erlebnisse sind weniger aufregend und eher ein kleiner Blick in den Alltag. Es wird von Kindern erzählt, die in einer Wohnung zündeln, als die Eltern nicht daheim sind, und von einem mutigen Polizisten selbstlos aus der verrauchten Wohnung gerettet werden. Ein anderer Kollege erzählt, wie er eine verblutende Frau im Arm hält und mit ihr gemeinsam auf den Krankenwagen wartet. Eine alte, gebeugte Frau kommt jedes Jahr zu den Umzügen der Wies’n in München und durch einen dummen Zufall kommt sie mit einem Polizisten ins Gespräch, der fortan jedes Jahr wieder während der Umzüge auf die alte Dame wartet bis sie eines Jahres nicht mehr kommt. Wie aufregend der erste Dienst ist, wird ebenso beschrieben, wie das entsetzen, dass ein ganzes Revier befällt, als der Chef plötzlich nicht aufzufinden ist…



Dieses Buch ist ein ständiges auf und ab im Alltag der Menschen, die wir alle als unsere „Freunde und Helfer“ kennen. Sie sind überall da, wo sie gebraucht werden, retten und schützen und riskieren immer wieder ihr eigenes Leben um vielleicht das eines anderen Menschen zu bewahren. Sie verstecken ihre Gefühle hinter ihren Uniformen, doch wenn sie abends nach Hause kommen, dann haben sie manchmal Geschichten zu erzählen, die sie nicht mehr loslassen…
- in: Rezension Erfahrungen 474 mal gelesen

Donnerstag, 25. Januar 2007

Zeit im Wind - Nicholas Sparks



Heyne, TB, ET 2000, 223 Seiten
ISBN: 3453177622

Von der Liebe auf den ersten Blick träumen fast alle Menschen und viele werden sie wahrscheinlich niemals erleben. So ist das eben mit der Liebe auf den ersten Blick. Die Liebe auf den zweiten Blick gibt es dagegen schon sehr viel häufiger.

 

Wieviele Blicke es bei Landon und Jamie waren, kann niemand zählen. Landon und Jamie leben in der gleichen Kleinstadt, besuchen die selbe Schule und kennen sich schon aus Kinderzeiten. Doch viel miteinander zu tun habe beide nicht.

Jamie, die Tochter vom Reverents, ist ein ruhiges Mädchen das sich in allen erdenklichen Dingen von seinen Mitschülerinnen unterscheidet. Sie legt keinen großen Wert auf angesagte Kleidung und macht sich nichts aus Partys, dafür hat sie ihre Bibel immer bei sich und ist in der Schule die Beste.

Landon hingegen ist fast schon so was wie ein Rebell. Er trifft sich nachts mit seinen Freunden auf dem Friedhof wo sie quatschen und Erdnüsse essen, geht mit Mädchen aus und ist keine große Leuchte in der Schule.

 

Ihre Wege verknüpfen sich eng miteinander, als beide die Hauptrollen für eine Schulaufführung bekommen. Sie proben miteinander und verbringen nach und nach immer mehr ihrer Zeit miteinander. Landons Freunde wissen bald schon, was mit ihm ist und sagen ihm auf den Kopf zu, dass er sich in das Mauerblümchen Jamie verliebt hat. Landon bestreitet das, denn wie sollte es möglich sein, dass er sich ausgerechnet in die biedere Jamie verguckt hätte. Als er endlich begreift, dass seine Freunde recht haben, ist es fast schon zu spät…

 

 

Nicholas Sparks ist berühmt für seine Romane die unter die Haut gehen. Einfühlsam und doch ergreifend gelingt es ihm immer wieder, Themen in seinen Büchern zu verarbeiten, die man sonst nicht gerne bespricht. Er setzt sich viel mit dem Tod auseinander und bedient dabei nicht die gängigen Klischees die sich gerade auf dem Markt tummeln. Mal ist es ein Unfalltot, mal ist es eine Krankheit. Aber immer ist es auch ein Schicksal, das er beschreibt.

 

Seine Charaktere zeichnet Nicholas Sparks sehr detailliert, lässt den Leser Anteil nehmen an ihren Gedanken und Empfindungen und macht es einem leicht, den Charakteren zu folgen. Die Handlungen sind nachvollziehbar und muten nicht fantastisch an. Zwar gibt es Szenen, die sehr vorhersehbar sind, aber sie nehmen einem nicht die Lust an dem Buch.

 

Der Anfang des Romans ist ein bisschen zäh bedingt durch die Aufzählung der einzelnen Konfessionen, die man in einer Amerikanischen Kleinstadt zu Anfang der 1950er Jahre so finden kann. Überhaupt hat der Roman durchweg einen religiösen Touch, der zwischen zeitlich immer mal ein bisschen störend wirkt. Nach den ersten 30 Seiten hat aber auch Nicholas Sparks seinen Erzählrhytmus gefunden und die Geschichte kommt ins laufen.

 

Zeit im Wind ist erzählt von einer Teenager Liebe, die viele so nicht kennen. Die erste Liebe ist zwar immer etwas besonderes, doch meistens ist auch das Ende absehbar und vorprogrammiert. Das sie ein ganzes Leben lang hält ist selten der Fall und auch hier ist es eine Geschichte, die ein Ende hat.

Die Geschichte von Jamie und Landon endet, bevor sie richtig angefangen hat und dennoch bleibt ein Gefühl von Ewigkeit.

- in: Rezension Erfahrungen 751 mal gelesen

Tintagel

Rund ums Buch

Archiv

November 2009
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mein SuB


Aktuelles Buch


Jeaniene Frost
Blutrote Küsse: Roman


Greg Iles
Leises Gift


Margaret George
Ich, Heinrich VIII

Davor habe ich gelesen




Aktuelle Beiträge

Ich wollte nur eine Blogroll
Aber manche Wünsche lassen sich leider nicht...
Tintagel - 13. Jul, 08:41
Ich bin gespannt...
... auf Deine Erfahungen... Ob sich das für mich...
Dante Milano - 10. Jul, 12:53
Hab mich entschieden...
ich blogge jetzt auch bei Wordpress: Tintagel bein...
Tintagel - 9. Jul, 19:14
Wordpress
Ich habe dann also die letzten Tage damit verbracht,...
Tintagel - 9. Jul, 19:12

Status

Online seit 979 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 13. Jul, 08:41

Suche

 

Counter

Tintagel ist Partner von