Rezension Unterhaltung

Donnerstag, 2. Juli 2009

[Rezension] Lucy in the sky - Paige Toon



Lucy in the sky
Toon, Paige
Chicklit
Seiten: 432
Bewertung:


Klappentext:

Noch bis eben war sich Lucy sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit James wohnt sie in einer schicken Wohnung in London, sie hat einen Job in einer PR-Agentur und die Hochzeit ihrer Freundin in Australien steht vor der Tür. Doch kurz bevor das Flugzeug startet, bekommt Lucy eine SMS von James’ Handy: »Hi Lucy! Habe gerade in deinem Bett mit James geschlafen!« ... Süchtigmachend, humorvoll, spritzig und charmant - einfach die perfekte Unterhaltungslektüre zum Abschalten, Genießen und Dahinschmelzen!


Meine Meinung:

Eigentlich fällt Lucy in the sky in genau das Genre, um welches ich einen großen Bogen mache. Diese „Freche Frauen Romane“ – kurz Chicklit – haben für mich immer einen komischen Beigeschmack. Flache Personen; flache, vorhersehbare Handlungen und zickige weibliche Hauptpersonen neben 0-8-15 Handlungsorten wie die nächste Reihenhaussiedlung links die Straße runter – das sind die Vorurteile, gegen die jeder Roman dieses Genres bei mir ankämpfen muß, der eventuell den Weg in mein Bücherregal finden könnte. Das war bei Lucy ausnahmsweise einmal ganz anders.

Bei diesem Roman hat mich als erstes das Cover angelacht. Es mit Bauwerken aus London, Singapur und Sydney zu versehen, finde ich eine sehr witzige und stimmige Idee, denn diese drei Städte sind Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Der Klappentext war dann das Tüpfelchen auf dem „i“. Ich musste einfach wissen, wie man einen 24-Stunden-Flug übersteht, wenn man eine solche SMS bekommen hat und einem quälende Fragen den Kopf zermartern, auf die man so schnell keine Antworten bekommen kann.

Das Buch liest sich genauso, wie sich ein Chicklit Roman meiner Meinung nach lesen lassen sollte – schnell, flüssig, witzig. Zum Glück bleiben einem flache Personen, flache Handlungen und unmögliche Handlungsorte erspart. Sydney ist einfach traumhaft beschrieben. London hingegen ist weniger anspruchsvoll gezeichnet worden, was aber an sich nicht schlimm ist, denn London ist für Lucy schlicht Alltag. Umso mehr kommt ihre Freude über den Australien Urlaub beim Leser an und ihre Sehnsucht nach dem fünften Kontinent ist nur allzu verständlich, als sie erst wieder in England weilt. Wobei es ihr ja nicht alleine um Australien geht.

Da Lucy in Paige Toons Debütroman selber ihre Geschichte erzählen darf, wirkt das Buch überaus lebendig. Es fiel mir an keiner Stelle schwer mich auf Lucy und ihr Leben einzulassen, zumal sie sich mit Problemen herumschlagen muß, die sicherlich jeder so oder so ähnlich zumindest im Ansatz erlebt hat. Beziehungsprobleme über die Entfernung Sydney – London zu lösen, und dann auch nur mit Hilfe des Telefons kann nicht einfach sein. Und besser wird es bestimmt nicht, wenn man sich nicht sicher ist, ob man seinem Partner denn nun grundsätzlich vertraut oder eher nicht. Als Lucy dann auch noch Nathan, Sams jüngeren Bruder, trifft, der seine Zeit am liebsten mit seinem Surfbrett und den Wellen am Manley Beach verbringt, entschließt sie sich, James und ihre gemeinsamen Probleme erstmal weitest gehend zu ignorieren.
Zurück in London holt der Alltag Lucy schneller wieder ein als ihr lieb sein kann. James versucht wiederholt Lucy von seiner Unschuld zu überzeugen und führt jede Menge Argumente zu seiner Verteidigung an, doch auch wenn sie ihm gegenüber steht, kann Lucy sich nicht entscheiden, ob sie ihm nun letzten Endes vertraut oder nicht.

Aber auch Molly und Sam, Nathan und James sowie James Konsorten in London sind deutlich genug geschildert, um sie zumindest nicht zu überlesen. Sicherlich handelt Lucy ab und an mal ein bisschen naiv und so recht von ihrer rosa-roten Brille mag sie sich auch nicht trennen, aber das bringt wohl ein solcher Roman von Haus aus mit.

Witze, die als Stilmittel benutzt werden, sind mir noch in keinem anderen Buch dermaßen aufgefallen. Auch im Nachhinein bin ich mir nicht ganz einig, ob diese Flut an Witzen – über deren Qualität man sicherlich geteilter Meinung sein kann – nicht vielleicht doch ein bisschen zuviel waren. Sicherlich, sie haben ihren Zweck erfüllt, aber es hätte durchaus auch andere Möglichkeiten geben können, um die handelnden Personen schließlich ans Ziel bringen zu können.

Wie dem auch sei: Lucy in the sky hat mich bestens unterhalten. Die Seiten flogen nur so dahin und ich habe mich wirklich gut amüsiert. Paige Toon werde ich mir als Autorin unbedingt merken, wenn sie ihren Stil treu bleibt, kann ich mir durchaus vorstellen öfter mal einen Roman für freche Frauen zu lesen.


- in: Rezension Unterhaltung 125 mal gelesen

Montag, 17. September 2007

Mieses Karma - David Safier




Kim Lange ist die wichtigste Deutsche Polittalkshow Moderatorin und soll an diesem Abend mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet werden. Das ist gut. Weniger gut ist, dass sie für diesen Preis einen Preis zahlen muß: Die Verleihung findet dummerweise an dem Geburtstag ihrer kleinen Tochter statt. Kim muß sich entscheiden – wieder einmal. Und wieder einmal fällt ihre Entscheidung zu Gunsten ihrer Karriere aus…

Als Ameise beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens

Trotz Kleiderpanne hat sie ihrem Fernsehpreis bekommen. Bekommen hat sie noch etwas anderes – nämlich ein verglühendes Waschbecken einer russischen Weltraumstation auf den Kopf. Für Kim bedeutet diese Waschbeckenkollision nicht nur das Ende des Tages und ihrer Karriere, sondern auch das Ende ihres Lebens. Jedenfalls als Mensch.
Karma sei Dank findet sie sich nach einer eher unschönen Begegnung mit einem gleißend hellen Licht und Tunnelblick reinkarniert im Körper einer Ameise wieder. Ein monströser Ameisenbuddah versucht die schockierte Ameisen-Kim zu trösten. Immerhin hätte sie auch als Darmbakterie wiedergeboren werden können. Aber soviel schlechtes Karma, wie dafür von Nöten wäre, hat Kim in ihrem Menschenleben nicht sammeln können. Doch was tun, wenn man nicht seine restlichen Leben als Ameise verbringen möchte? Richtig! Gutes Karma muß her. Nur leider ist das leichter gesagt als getan…

Ein Debütant der Spaß macht

Mit „Mieses Karma“ hat David Safier seinen ersten Roman auf den Markt gebracht. Den Autor und seinen Humor kennen Fans schon aus TV-Serien wie „Berlin Berlin“ und „Zwei Engel für Amor“ um mal bei den aktuellsten zu bleiben. Seinem Humor ist er treu geblieben und so birgt auch der Roman den einen oder anderen Lacher, den David Safier mit seinem Wortwitz geschickt in die Reinkarnationsgeschichte einfließen lässt.

Der Roman bietet kurzweiliges Lesevergnügen und es fällt schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Zu groß ist die Neugier darauf, was Kim als nächstes widerfährt, ob nun als Mensch oder Ameise. Darüber hinaus wartet das Buch mit immer neuen Überraschungen auf, wie z.B. dem Auftauchen von Casanova. Auch wenn diese schillernde historische Persönlichkeit im Grunde nur zierendes Beiwerk darstellt, sind die Erinnerungen dieser Figur – im Roman als Fußnoten dargestellt – ein besonderes Schmankerl.

Humor und Ernst

Trotz der vielen Gags und Witze bietet dieser Roman aber noch mehr. Stellenweise wird David Safier sehr tiefgründig und er scheut auch nicht davor zurück, Themen aufzugreifen, die man in diesem Buch nicht unbedingt vermutet hätte. So regen manche Szenen durchaus auch mal zum nachdenken an.

Die Figuren sind durchweg sehr plastisch gezeichnet, es fällt nicht schwer, sich mit Kim zu identifizieren, auch wenn man vielleicht eine etwas andere Einstellung als die fiktive TV Moderatorin hat. Ihre Interessenskonflikte kommen wunderbar rüber und auch ihre Fehler, die sie von Natur aus hat bzw. die sie im Verlauf des Romans begeht, lassen sie nur noch echter auf den Leser wirken.
Auffallend ist, wie genau David Safier das Mysterium Frau in seinem Buch eingefangen hat und wie real Kim Lange rüber kommt.

Auch wenn man annehmen könnte, dass „Mieses Karma“ auf eine spezielle religiöse Gemeinschaft schließen lässt, wird man einmal mehr eines besseren Belehrt. Der Autor schafft zwar eine Brücke zu den großen Religionen der Welt, enthält sich aber einer Wertung und verlangt auch nicht von seinem Leser, das er sich entscheiden muß. Viel mehr ist dieses Buch eine tolle Geschichte, die zeigt, was alles möglich sein könnte, wenn man bereit wäre, sich auf ein Abenteuer einzulassen.


- in: Rezension Unterhaltung 566 mal gelesen

Mittwoch, 6. Juni 2007

Nur ein Gerücht - Sabine Kornbichler



Carla Bunge hat sich den Traum erfüllt, den viele Frauen träumen – sie hat einen Hof an der Ostsee gepachtet und aus ihm einen gut laufenden Reiterhof gemacht. Doch nach fünf Jahren erfolgreichen Betreibens ihres Unternehmens treten plötzlich Schwierigkeiten auf.

Reiten, Pferde, Widersacher

Mit ein bisschen Startkapital, viel Arbeit und noch mehr Herzblut sowie einem guten Schuß Enthusiasmus hat Carla es geschafft und ihren Reiterhof nicht nur zum Leben erweckt sondern auch zum Besten Pensionsstall weit und breit gemacht. Ihre Kunden sind mehr als zufrieden, die Pferde in ihrem Betrieb gesund und munter und im Büro liegt eine Warteliste für freie Pferdeboxen, die sich sehen lassen kann. Nach fünf Jahren scheint sie endlich am Ziel ihrer Träume angelangt, wenn da nicht noch ein paar Kleinigkeiten wären.
Zum einen gibt es Ärger mit ihrem besten Freund, der die Nase davon voll hat, nicht mehr als eben dieses zu sein. Zum anderen taucht plötzlich Melanie, die Schwester eines alten Schulkameraden, auf dem Bungehof auf und bittet Carla um einen großen Gefallen. Mit Melanie scheint ein Sturmtief über dem Reiterhof aufzuziehen, plötzlich ist nichts mehr so wie es war. Schatten der Vergangenheit tauchen wieder auf, Carlas Vater liegt im sterben und der Hofbesitzer möchte den Pachtvertrag Jahre vor Ablauf der Pacht kündigen. Zu allem Überfluss werden üble Gerüchte über den Reiterhof publik und als dann auch noch die Vierbeiner zu schaden kommen, scheint so als müsste sich die junge Frau beugen und den Hof verlassen. Doch dann erwacht ihr Kampfgeist und Carla räumt ordentlich in ihrem Leben auf…

Das ganze Ausmaß der Katastrophe

Carla Bunge ist eine junge Frau, die ihren Lebenstraum – einen eigenen Reiterhof zu betreiben - verwirklicht hat und sich nun am Ziel all ihrer Träume wähnt. Nach einer nicht eben leichten Kindheit und einigen Schicksalsschlägen ist es ihr gelungen ihr Leben so zu gestalten, dass sie sich darin endlich wohl und wichtig fühlt. So lernt der Leser die Hauptperson aus Sabine Kornbichlers Roman Nur ein Gerücht kennen. Doch wie immer sieht man das ganze Ausmaß der Katastrophe nicht auf den ersten Blick. Und das gilt hier ausnahmsweise sowohl für die Protagonistin als auch für den Roman an sich.

Die Autorin befasst sich in diesem Buch in erster Linie damit, die Vergangenheit ihrer Protagonistin aufzuarbeiten. Das an sich wäre unter Umständen noch interessant gewesen, wenn sich Carla Bunge nicht schon auf den ersten Seiten als äußerst widersprüchlicher Charakter entpuppen würde. Einerseits mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen verankert hängt sie andererseits mit dem Kopf in den Wolken und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Handelt sie zu Anfang noch wie man es sich von einer erwachsenen Frau vorstellt, gewinnt ihr Tun bald eine Eigendynamik. Was relativ harmlos mit dem verschwinden von Sätteln und Reitutensilien beginnt, geht bald weiter und wird zu einer ernstlichen Gefahr für ihre Pferde. Der Leser bekommt schnell von ihr den Eindruck, sie fühle sich über alle Zweifel erhaben und habe für jedes Problem eine Lösung. Das an sich wäre nicht schlimm, wenn sie sich bei der Problemlösung nicht wieder in eine vierzehnjährige verwandeln würde, die sich nicht die Mühe macht, die Dinge im Zusammenhang zu sehen. So ist es dem Leser schon auf den ersten hundert Seiten klar, wer für die vielen verschiedenen Vorkommnisse auf ihrem Hof die Verantwortung trägt, während Carla noch weitere zweihundertfünfzig Seiten Zeit braucht, um den Tellerrand zu schauen.

Längen trotz flüssigen Lesens


Trotz des einfachen Stils des Buches, welcher den Leser dazu einlädt dieses Werk innerhalb kürzester Zeit wegzulesen, gibt es auf den dreihundertfünfzig Seiten mehrmals Längen, die frustrieren. Meistens werden diese Längen durch die Vergangenheitsbewältigung der Protagonistin verursacht, die zwar wichtig für die Handlung sind, aber nur mäßig interessant für den Leser umgesetzt wurden. So bleibt ein entnervtes aufseufzen Seitens der Leserschaft nicht aus, wenn sich Carla wieder einmal über ihre ehemaligen Klassenkameraden aufregt oder sich in Selbstmitleid suhlt. Ein weiterer – durchaus interessanter Eckpunkt der Geschichte – hätte ihr Vater sein können. Doch auch hier wird es dem Leser vergällt, sich weiter mit diesem Teil aus Carlas Vergangenheit auseinander zusetzen, weil es eine dreißigjährige Frau nicht schafft, sich von dem Schubladendenken einer Jugendlichen zu entfernen.

Charaktere und ihre Wandlungen

Charaktere mit Ecken und Kanten geben einem Roman erst das gewisse etwas und lassen sie für gewöhnlich Glaubhaft erscheinen. Doch hier wurde es eindeutig übertrieben. Carla entwickelt sich, je weiter man in die Geschichte des Romans eintaucht, von einer überausfähigen Geschäftsfrau in eine naive, egoistische und vor allem selbstherrliche Frau, der man es einfach nicht mehr abnimmt, einen Betrieb wie ihren Reiterhof alleine führen zu können.

Die kleine Liebesgeschichte, die im B-Plot des Buches läuft, kann auch nichts mehr reißen. Der Mann, dem es schließlich gelingt in Carlas Herzen den Platz einzunehmen, der ihm schon von der ersten Seite des Buches an gebührt, bleibt bis zum Schluss seltsam Konturen- und vor allem Farblos.
Das gleiche Schicksal ereilt auch die anderen Protagonisten dieses Buches. Sie sind zwar da, aber zu packen bekommt man sie nicht. Sie bleiben für gewöhnlich hinter einem dunstigen Schleier verborgen.

Wendy lässt grüßen

Alles in allem gesehen ist es ein eher mäßiges Buch, das man nicht gelesen haben muss. Es zieht nicht und es ist auch nicht dazu angetan, Frauen davon zu überzeugen, ihren Traum vom eigenen Reiterhof Wirklichkeit werden zu lassen. Es erinnert viel mehr an einen Wendy – Comic, nur das diese Geschichte hier weniger Bilder und dafür mehr Text beinhaltet.
- in: Rezension Unterhaltung 499 mal gelesen

Donnerstag, 29. März 2007

Vier Pfoten und ein großes Herz - Marta Francheschini




Mir fällt es extrem schwer zu diesem Buch eine vollständige Rezension zu schreiben. Und da es ja auch ein sehr kurzes Buch mit gerade mal 125 Seiten ist, denke ich, reicht eine Kurzrezension in Form von meiner Meinung.

Meine Meinung:

Dieses Buch scheint es auf eine Gefühlsregungen des Lesers abgesehen zu haben:

- Mitleid mit Tierheimtieren, denn Lucia ist eine sehr ängstliche Hündin aus einem Tierasyl, die ihre eigene Vergangenheit verdrängt hat und in der nur noch ein Gefühl die Herrschaft über alle Sinne stellt: die Angst.

Die Hündin erzählt diese Geschichte aus ihrer Perspektive. Das könnte eine sehr interessante Abwechslung sein, wenn Lucia denn nicht ständig davon schwafeln würde, von ihrer Angst geleitet zu werden. Dadurch erhält dieser Roman eine sehr dunkle Aura und weckt im Leser nur das Gefühl der Bedrückung.

Sicherlich ist das Buch nicht schlecht, und aus der Hundeperspektive wirklich interessant. Nur schade, dass die Autorin sich in diesem Buch selbst darzustellen versucht, als die Person, die auch einen ängstlichen Hund lieben kann, jedenfalls nach außen hin...

Jeder Leser muß für sich entscheiden, worauf er sich beim lesen dieses Werkes einlässt. Auf das arme Tier, das Lucia ist oder auf die heldenhafte Autorin, die einen Hund aus einem Tierasyl geholt hat in der Hoffnung zu sehen, wie das Tier sich zum positiven verändert und enttäuscht wird.
- in: Rezension Unterhaltung 494 mal gelesen

Dienstag, 27. März 2007

Tagebuch für Nikolas - James Patterson



Es passiert öfter als wir denken. Frau trifft Mann, verlebt eine schöne Zeit mit ihm und wähnt sich als glücklichster Mensch unter der Sonne. Der Himmel hängt voller Geigen und es ist ewiger Frühling… bis dann wie ein Blitz aus heiterem Himmel alles in sich zusammen fällt, weil Mann plötzlich feststellt, dass doch nur alles ein Irrtum war. Frau fällt schneller von Wolke sieben als ihr lieb ist und versteht die Welt nicht mehr…

So ergeht es Katie.
Matt ist der Inbegriff des Traummannes und wirklich und wahrhaftig an ihr interessiert. Sie versteht sich so gut mit ihm, dass sie sämtliche ihrer Prioritäten vergisst und innerhalb von elf Monaten sich ihrer Sache so sicher wird, dass sie sogar schon von Hochzeit spricht.
Der Schlag trifft sie unvorbereitet und an äußerst schmerzhafter Stelle den Matt plötzlich gegen sie richtet. Er beendet die Beziehung zu Katie und erklärt sich nicht mal.
Katie versteht die Welt nicht mehr. Als sie einen Tag später nach Hause kommt, findet sie ein Päckchen vor ihrer Tür. Es kommt von Matt und scheinbar enthält es die Erklärungen, die er zu geben nicht bereit war…

James Patterson, bekannt als grandioser Krimi- und Thrillerschreiber, hat sich bei diesem Roman wieder einmal auf die Gefühlvolle Seite der Schreiberei verlegt.
Er erzählt die Geschichte von Matt und Katie, die eigentlich die Geschichte von Suzanne und Matt und Nikolas ist. Gegenwart vermischt er mit Vergangenheit, würzt mit Erinnerungen und Gefühlen. Und so bannt James Patterson einmal mehr die Seele der Menschen auf Papier.

Das klingt vielversprechend und wer seinen Roman Sams Briefe an Jennifer kennt, knüpft an dieses Buch besondere Erwartungen. Denn seine gefühlvollen Romane beschäftigen sich nie ausschließlich nur mit dem menschlichen Sehnen nach Liebe und Geborgenheit. James Patterson schmeißt seinen Hauptfiguren Steine der besonderen Art in den Weg. Schicksalsschläge säumen die Lebenswege seiner Protagonisten.

In diesem Buch geht es um den unwiederbringlichen Verlust von Menschen. Den Tod. Ein Thema, das einen jeden seiner Leserschaft angeht, und ein Thema, das doch immer wieder weit weggeschoben wird.
Tod, Krankheit und Verlust stehen immer wieder im Gegensatz zu Leben, Liebe und Geborgenheit.

Einfühlsam und mit beeindruckenden Worten widmet sich der Autor immer wieder diesen Tabuthemen. Geschickt windet er eine schöne Geschichte um die schwarzen Gedanken und Gefühle und verleiht seinen Büchern dadurch trotz allem immer wieder eine bunte und zum Teil fröhliche Aura.
Das hat er auch bei Tagebuch für Nikolas versucht, ist damit allerdings ein Stück über das Ziel hinaus geschossen.
Dieser Roman wirkt von vornherein vorhersehbar und birgt kaum Überraschungen für den Leser. Die Idee mit dem Tagebuch, das eine junge Mutter für ihren Sohn schreibt, ist zwar eine schöne, erinnert aber extrem an den Schluß von Sams Briefe an Jennifer, wo die beiden Hauptpersonen ein Videotagebuch für ihr ungeborenes Kind anlegen.

Die Charaktere hat James Patterson zwar wie immer sehr schön gezeichnet und auch nicht vergessen, sie menschlich und ehrlich dadurch wirken zu lassen, dass er sie mit Ecken und Kanten erschaffen hat.
Trotzdem kann dieser Roman beim lesen nicht überzeugen. Die ausgeteilten Schicksalsschläge sind hart und auch wenn die Figuren jede für sich durchaus glaubwürdig handeln, wirkt die Story des Romans konstruiert und bis in kleinste Detail berechnet.
Am meisten enttäuscht das Ende des Buches. Wird bis dahin eine Gesichte erzählt, die das Leben durchaus schreiben könnte, wirkt es so, als wolle der Autor sich bei seinen Figuren entschuldigen.
Das ist Leben ist durchaus hart und nicht zu jedem fair. Das ist wohl auch die Botschaft, die aus Büchern wie Tagebuch für Nikolas sprechen soll. Nur kommt sie beim Leser nicht an, wenn er ein absurd konstruiertes Ende geboten bekommt, wodurch sich alles wieder in Wohlgefallen auflöst.

Lediglich der Stil und die vielversprechende Grundidee des Buches reißen dann noch soviel, dass das Buch seiner konstruierten Handlung wegen nicht mit einem Punkt aus der Wertung gehen muß.

- in: Rezension Unterhaltung 545 mal gelesen

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